Begrüßungslieder im Kindergarten: jedes Kind willkommen heißen
Begrüßungslieder, in denen jedes Kind beim Namen genannt wird, sind oft der schönste Moment im Morgenkreis. Sieben Lieder mit Texten - und eine Idee für Ihre eigene Begrüßung.
Es gibt diesen einen Moment im Morgenkreis, der nie an Wirkung verliert: Sie singen einen Namen, und das Kind, das gemeint ist, hebt den Kopf. Manchmal grinst es kurz, manchmal schaut es auch nur ernsthaft zurück - aber es weiß: Jetzt geht es um mich. Jetzt bin ich gemeint.
Genau das ist der Kern jedes guten Begrüßungsliedes. Nicht die Melodie, nicht der Reim - sondern das Erkanntwerden. In diesem Artikel finden Sie sieben Lieder, in denen jedes Kind namentlich begrüßt wird, dazu praktische Hinweise zur Durchführung im Morgenkreis und am Ende eine Idee, wie Sie eine ganz eigene Begrüßung für Ihre Gruppe gestalten können.
Warum namentliche Begrüßung so viel Wirkung hat
Der eigene Name ist für Kinder eines der ersten und wichtigsten Wörter überhaupt. Forschungen zur frühkindlichen Sprachentwicklung zeigen, dass Säuglinge schon in den ersten Lebensmonaten besonders aufmerksam reagieren, wenn sie ihren eigenen Namen hören - er ist akustisch verknüpft mit Bindung, Sicherheit und Zuwendung.
Wenn ein Kind in der Kita seinen Namen in einem Lied hört, gesungen von der Bezugserzieherin und der ganzen Gruppe, passiert etwas Doppeltes: Das Kind fühlt sich gesehen - und gleichzeitig fühlt es sich der Gruppe zugehörig. Beides zusammen ist die Grundlage für gelingendes Ankommen im Kita-Alltag.
Drei Effekte, die wir in der Praxis immer wieder beobachten:
- Schnelleres Ankommen: Kinder, die noch zögerlich am Rand stehen, rücken nach dem eigenen Vers oft enger heran.
- Soziale Aufmerksamkeit: Auch andere Kinder hören gespannter zu, wenn der Name eines Freundes drankommt.
- Strukturierung: Der Morgenkreis bekommt einen klaren Anfang, an dem niemand übersehen wird.
Sieben Begrüßungslieder mit Namens-Bezug
1. "Guten Morgen, liebe..."
Eines der bekanntesten Begrüßungslieder im deutschsprachigen Raum, weil es so simpel funktioniert. Sie singen den Namen jedes Kindes einzeln, die Gruppe winkt mit.
Guten Morgen, liebe Anna, guten Morgen, liebe Anna, guten Morgen, liebe Anna, schön, dass du da bist!
Melodie: angelehnt an "Bruder Jakob" oder eine eigene einfache Tonfolge auf vier Tönen. Im Kreis herum bekommt jedes Kind seinen Vers.
2. "Wer ist heute alles da?"
Ein Frage-Antwort-Lied, das die Kinder selbst aktiv macht.
Wer ist heute alles da? Hier ist Lina, schön dass du da bist! (alle winken Lina zu) Wer ist heute alles da? Hier ist Tom, schön dass du da bist! (alle winken Tom zu)
Funktioniert besonders gut in größeren Gruppen, weil die Kinder sich gegenseitig bestätigen.
3. "Hallo, hallo, schön dass du da bist"
Ein Bewegungslied, bei dem ein Kind in die Mitte geht und von allen begrüßt wird.
Hallo, hallo, schön dass du da bist, hallo, hallo, schön dass du da bist, [Name] ist da, [Name] ist da, hallo, hallo, hallo!
Melodie eingängig, mit Klatschen auf den letzten drei "Hallos". Die Kinder lieben es, einmal in die Mitte zu dürfen.
4. "Im Kreis herum, im Kreis herum"
Ein Lied, das gut in U3-Gruppen klappt, weil es ohne komplizierten Text auskommt.
Im Kreis herum, im Kreis herum, da sitzt heut' Mia, juchhe! Im Kreis herum, im Kreis herum, da sitzt heut' Felix, juchhe!
Pro Strophe ein Kind. Bei jüngeren Kindern reicht es, wenn nur ihr Name fällt - das Mitsingen kommt von selbst.
5. "Die Sonne lacht, der Tag fängt an"
Ein etwas längerer Vers, der sich gut für ältere Vorschulkinder eignet, die schon mehr Text aushalten.
Die Sonne lacht, der Tag fängt an, komm her zu uns, [Name], komm an. Wir freu'n uns sehr, dass du da bist, der Tag mit dir am schönsten ist.
Melodie ruhig, eher getragen - ein guter Kontrast zu den schwungvolleren Liedern.
6. "Klatsch, klatsch, klatsch - wer ist hier?"
Rhythmuslied für Kinder, die sich beim ruhigen Sitzen schwertun.
Klatsch, klatsch, klatsch - wer ist hier? [Name] ist hier, [Name] ist hier! Stampf, stampf, stampf - wer ist hier? [Name] ist hier, [Name] ist hier!
Wechsel zwischen Klatschen, Stampfen, Patschen auf die Schenkel. Die Bewegung gibt Halt und macht Spaß.
7. "Schön, dass du da bist"
Ein ruhiges Schluss-Lied der Begrüßungsrunde, sobald jedes Kind dran war.
Schön, dass du da bist, schön, dass du da bist, schön, dass wir alle, alle hier sind heut'.
Kein Name mehr nötig - die Runde wird gemeinsam abgeschlossen, alle gehören dazu.
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Wir haben gemerkt: Es ist weniger das Lied selbst, das den Unterschied macht - sondern wie es gesungen wird. Ein paar Hinweise aus der Praxis:
Die Reihenfolge bewusst wählen. Bei manchen Liedern beginnt der Vers immer beim selben Kind - das wird schnell zur Routine, hat aber den Nebeneffekt, dass das letzte Kind regelmäßig gelangweilt ist. Wechseln Sie die Richtung. Mal im Uhrzeigersinn, mal gegen den Uhrzeigersinn. Mal mit dem Geburtstagskind beginnen, mal mit dem neuen Kind.
Blickkontakt zählt mehr als Stimmlage. Sie müssen nicht schön singen. Aber Sie sollten das Kind ansehen, wenn Sie seinen Namen singen. Drei Sekunden Blickkontakt sind oft mehr wert als ein perfektes "a" auf dem ersten Ton.
Nicht-da-sein ansprechen. Wenn ein Kind fehlt: Sagen Sie es. "Heute ist Lina nicht da, sie ist krank - wir denken kurz an sie." Der Platz im Kreis bleibt frei. Kinder merken sich das, und es schafft eine Kultur, in der Abwesenheit nicht stillschweigend übergangen wird.
Neue Kinder behutsam einbinden. Ein Kind in der Eingewöhnung kann sich überfordert fühlen, wenn es plötzlich von der ganzen Gruppe namentlich begrüßt wird. Sprechen Sie mit den Eltern: Manche Kinder lieben diesen Moment sofort, andere brauchen ein paar Wochen, bis sie ihn aushalten können. Beides ist okay.
Variieren, aber nicht beliebig. Ein Begrüßungslied sollte über Wochen und Monate erkennbar bleiben - die Wiederholung ist Teil der Wirkung. Variieren Sie eher in Tempo, Lautstärke und Bewegung als im Lied selbst.
Wenn die Standardlieder nicht passen
Manchmal stößt man an Grenzen. Die klassischen Lieder funktionieren mit den meisten Namen - aber was, wenn in Ihrer Gruppe ein Kind "Aleksandra-Sofia" heißt und ein anderes "Lê"? Was, wenn Sie nicht 25, sondern 8 Kinder haben und der Vers sich einfach komisch anhört?
In solchen Fällen lohnt sich ein eigenes Lied. Eines, das genau zu Ihrer Gruppe passt. Mit dem richtigen Tempo, der richtigen Länge - und Namen, die im Refrain wirklich gut klingen.
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Ein Begrüßungslied ist keine pädagogische Methode, die man perfektionieren muss. Es ist ein kleines, tägliches Ritual - eines, das Kindern signalisiert: Du bist hier richtig. Wir haben auf dich gewartet. Probieren Sie verschiedene Lieder aus, schauen Sie was bei Ihrer Gruppe ankommt, und behalten Sie das, was klappt. Der Rest ergibt sich.
EXTERNE QUELLEN
- Bertelsmann Stiftung, Frühkindliche Bildung - Bedeutung von Ritualen: https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/themen/aktuelle-meldungen/2018/oktober/fruehkindliche-bildung
- kindergartenpädagogik.de, Online-Handbuch zum Morgenkreis: https://www.kindergartenpaedagogik.de/fachartikel/bildungsbereiche-erziehungsfelder/musik
- nifbe (Niedersächsisches Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung) - Bindung und Eingewöhnung: https://www.nifbe.de